Reisebericht Amerika Juli 2010

 

Teil 1

 

Hallo Zusammen,

 

wie nicht anders zu erwarten war, bin ich mal wieder im gelobten Land unterwegs. Aber bevor ich mit dem Bericht beginne, zuerst ein kleines Rätsel.

 

 

Was wird das wohl für ein Auto sein ? Die Auflösung erfolgt später.

Die Reise begann am Samstag mit einer netten Unterhaltung mit der Dame von der Gepäckannahme. Wir haben sie gefragt, wer sich den Schwachsinn mit der aktuellen Eincheckprozedur ausgedacht hat und was das denn bringen soll. Am Gate war schon die Hölle los, der Flieger überbucht und die Leute haben bis Bagdad angestanden um einzusteigen. Also warten bis die Schlange weg ist und beim lesen vom Ticket meinte der Automat, sich am Ticketcounter zu melden. Ich dachte nur Scheisse, was ist jetzt schon wieder schief gelaufen, also zum Counter und dann:“ Herzlichen Glückwunsch, Sie fliegen heute Business.“ J Tja, dann ist das doch in Ordnung.

 

 

Da steigt man doch später ganz entspannt und relaxt aus dem Flieger. Die Immigration lief auch recht unspektakulär ab. Ich hab mein übliches Meeting in Aberdeen vorgetragen, der Gutste hat auch gleich gefragt, ob das fürs Militär ist. Naja, dann hatten wir einen Smalltalk über die Army, Sonnensimulation und so weiter. Beim Verlassen des Flughafengebäudes wurden wir von 97°F erschlagen. Nur nicht bewegen.

Die nächste Highlight gab es bei Alamo. Unsere übliche Frage nach dem Mustang Cabrio wurde diesmal mit ja beantwortet. Was soll man dazu sagen, keine Frage, da mussten wir einfach zuschlagen. Es gab ein knallrotes Mustang Cabrio, genau 10 Tage alt und 500 Meilen auf der Uhr. Die Kiste hat 3,7 Liter und etwas über 300 PS, das ist gut für 85 km/h bei 1100 Umdrehungen.

 

 

Es fing mit dem Gepäck-Tetris an, Thomas sein Koffer musste auf die Rücksitzbank. Dann kam das Verdeck runter und alles verlierbare musste gesichert und verstaut werden. Diesmal hab ich auch an die richtige Mucke gedacht. Radio aufdrehen und auf den Highway, nicht to Hell aber to Aberdeen.

Im Hotel angekommen sind wir noch ins Green Turtle, der Sportsbar gegenüber. Dort gabs was zu essen und zu trinken und eine Band namens Fiction20down hat wir uns ehrlichen, lauten und guten Hartrock zum Besten gegeben.

Heute ging es nach Philly, wir sind dort so oft gelandet, aber waren eigentlich nur ein einziges Mal dort und hatten eher einen schlechten Eindruck gesammelt. Nachdem mir so viele Leute von der Stadt vorgeschwärmt hatten, brauchten wir natürlich einen neuen Anlauf. Nach dem Frühstück fuhren wir gemütlich über die Landstraße nach Philly, natürlich oben ohne. Die Temperaturen waren mit Anfangs 30°C auch noch recht erträglich. Als grobes Ziel hatten wir South Street Richtung Penns Landing anvisiert, goldrichtig wie sich später erweisen sollte. Auto ins Parkhaus und dann erstmal die Suche nach einer Kneipe, um was zu trinken.

 

 

Wir sind in einem Pub gelandet, in dem auch gerade Fussball lief. So konnten wir sogar noch die letzte halbe Stunde Deutschland-England sehen. Der Kerl der neben mir sitzt hat extra sein Cafe geschlossen, um dieses Spiel zu sehen. Mit ihm haben wir uns gut unterhalten und Witze gemacht. Er behauptete auch den besten Kaffee der Stadt zu machen. Nach dem Spiel gab es noch ein Philly Cheese Steak Sandwich (ich hoffe das ist richtig so), was richtig gut geschmeckt hat.

 

 

Das mit dem Kaffee musste ich natürlich auch noch testen. Ob es der beste der Stadt war, weiß ich nicht, aber der Espresso war verdammt gut.

Dann ging es aber wirklich mit dem Stadtbummel los. In der South Street tobt das wirkliche Leben. Es war ein geschäftiges und interessantes Treiben verschiedenster Menschen in der Strassen.

 

 

 

Am Ende der Straße ging es zum Penns Landing, wo heute das Wawa Festival stattfand, was aber recht schnell abgehakt war, weil es eigentlich fast nur um Fressstände ging.

 

 

Danach haben wir einen größeren Kreis in der Stadt gezogen, es gab immer wieder interessante Dinge zu sehen. Im Hardrockcafe gab es einen Zwischenstopp zum abkühlen und Wasserfassen, die 38°C schlauchen doch gewaltig. Da es schwer ist, die Eindrücke zu beschreiben, lasse ich nun Bilder sprechen.

 

 

 

 

 

Diesmal haben wir die Stadt von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Sie ist auf jeden Fall weitere Besuche wert. Vielleicht klappt es ja mal mit Einheimischen auf Tour zu gehen (wir haben da jemanden an der Hand J ).

Der Weg heimwärts hat etwas länger gedauert, weil die Strassen recht voll waren. Immerhin haben wir es vor dem Unwetter geschafft. Momentan geht draussen die Welt unter und es gibt eine Tornadowarnung. Das bedeutet, Bier gibt’s heute an der Hotelbar.

 

So, das solls für heute gewesen sein. Die Woche müssen wir bei der Army was tun, da wird nichts aufregendes passieren. Nächstes Wochenende gibt es dann hoffentlich wieder etwas zu berichten.

 

Grüße aus Aberdeen,

Enno

 

   

Teil 2

 

Hallo Zusammen,

 

es geht schon wieder los. Die Woche haben wir Abends in diversen Malls verbracht oder sind mit Joe im Green Turtles abgestiegen.

Donnerstag Abend haben wir uns mit Kirk, dem Chef der Anlage in Hickory (netter Ortsname J) getroffen und sind in einer Skihütte essen gegangen. Draussen in der Bar gabs Live-Music. Die 2 Jungs spielten mit 2 Gitarren und einem Schlagzeug bekannte Lieder, querbeet von U2, Aerosmith, Blink182, Beatles… , nach. Dabei interpretierten Sie die Lieder aber auf ihre ganz eigene Art, das Ergebnis war phänomenal. Zwischendurch spielte immer mal wieder ein Schlagzeuger aus dem Publikum mit und ging dabei ab wie Brause.

Freitag hatten wir wieder eine große Mission, Bootfahren in der Chesapeake Bay. Kirk, unser Operator der Anlage hat uns dazu eingeladen.

 

 

Upps, falsches Boot.

 

 

Wir mussten zunächst am Trailer noch ein paar kleine Sachen umschrauben und dann ging es zur Slip-Station. Unglaublich, der Dodge Ram hat das Boot mit knapp 1000kg überhaupt nicht richtig mitbekommen, Kirk ist stellenweise über 60 Meilen gefahren. Dann hab ich auch endlich mal das slippen live gesehen und mitgeholfen. Mit der richtigen Ausrüstung ist das absolut kein Problem, aber ob unser Material das auch kann ?

 

 

Unser Kapitän Kirk, der ist momentan übrigens wieder solo und noch zu haben. ;-)

 

 

Wir sind ungefähr eine Stunde mit hohem Tempo gefahren, bis wir an einem kleinen Hafen angelegt haben um Mittag zu machen. Ein netter kleiner Ort und dem es ein ehrliches Essen gab.

 

 

Auf dem Rückweg haben wir eine andere Strecke genommen und mussten flaches Gewässer kreuzen. Nach dem Kirk erst wie ein Irrer durch das Grünzeug gehämmert ist, meldete sich irgendwann der Motor mit Überhitzung. Also Motor raus und säubern.

 

 

Dazu durfte Thomas baden gehen und hat den Motor von Schlingpflanzen befreit. Da es aber nicht besser wurde, sind wir gut 2 km durch den Dreck gerudert. Anschließend gab es wieder Feuer und ab dafür.

 

 

Wir konnten uns Fort Deposit noch vom Wasser aus ansehen, das ist ein historischer Ort von Anfang des 19. Jahrhunderts, später sind wir noch mit dem Auto durchgefahren. Bis in den 60er Jahren war recht viel Stahlindustrie hier angesiedelt, die Anlagen und Werften sind heute verfallen.

 

 

Nachdem wir zig mal über den Conowingo Staudamm gefahren sind, haben wir uns heute auch mal die Rückseite angeschaut.

 

 

Zumindest bei den Anglern ist der Platz recht beliebt und einige haben recht kapitale Fische an Land gezogen.

 

 

Vielleicht waren deshalb auch die Geier unterwegs. Die haben wir heute gesehen, wie die sich über ein Rehkadaver her gemacht haben, die sollte man besser nicht stören.

 

 

Den Abend haben wir im Green Turtles ausklingen lassen. Wir bekommen inzwischen sogar schon vom Barkeeper Bier spendiert. J Was aber unglaublich ist, wie selbstbewusst Amerikaner sein können, insbesondere wenn 200kg Körpermasse verteilt auf 1,60m in seeeehr knappen Hotpants rumlaufen.

Morgen sind wir zu einer 4th of July Party eingeladen. Glen Beavers, einer der Betreiber unserer Anlage bei der Army hat uns aufs Land eingeladen. Da es wohl auch ein wenig Alkohol gibt, werden wir im Zelt übernachten. Zumindest hat uns Glenn gefragt, ob wir schon mal geschossen hätten und vorsorglich 2000 Schuß Munition gekauft. Da werden wohl einige unschuldige Bierdosen und Tontauben einen Heldentod sterben.

 

Ich bleibe dran und dann gibt’s den nächsten Bericht.

 

Grüße aus Maryland,

Enno

 

 

Teil 3

 

Moin, moin,

 

erstmal sorry für das Chaos mit der letzten Mail, ich hab keine Ahnung was schief gelaufen ist. Bei manchen sind Bilder angekommen und bei manchen nicht. Ich schiebe das einfach mal ganz pauschal auf den Herrn Microsoft.

Es war soweit, es ging rauf aufs Land zum Glen Beavers, einer der User der Anlage. Sein Haus liegt wirklich mitten im nichts und ringsrum ist kein Nachbar zu sehen.

 

 

 

Es gab Adler zu sehen und nachts heulen die Coyoten. Es soll sich wohl auch ein Bär in der Gegend rumtreiben. Wobei ich das nicht glauben kann, den Grund kann sich später bestimmt jeder denken. Glen hat uns als Erstes sein Grundstück und sein Haus gezeigt. Sein Sohn lernt so was ähnliches wie Landmaschinenschlosser und das ist auch sein großes Hobby. In 2 Wochen finden die jährlichen „Old Tyme Days“ in Fawn Grove statt, eine riesige Landwirtschaftsausstellung mit Traktorpulling, Live-Music und allen anderen. Zu diesem Anlass hat er einen Rasentraktor von 1968 restauriert. Ansonsten stehen weitere diverse Traktoren, komplett und in Teilen, rum, sowie sämtliche anderen Geräte, die irgendwie mal von Nutzen sein könnten. Wir haben sogar die unsere Holzkisten wiederendeckt, in denen die Anlage verpackt war. Die nächsten Sätze sind nichts für Pazifisten. Wie wir in den Keller gekommen sind, bin ich fast vom Glauben abgefallen.

 

 

Die Bundeswehr wäre bestimmt froh über so eine Ausstattung in Afganistan. Weitere Waffen und Munition waren in diversen Schränken zu finden. Das Motto lautet, ein Mensch kann nie zu viele Waffen besitzen. Auf dem Grill lag schon eine halbe Kuh und etliche Kilo Hamburger. Mit der Menge an Fleisch hätte man locker eine ganze Kompanie durchgebracht. Nach dem Essen ging es dann ganz langsam zur Sache. Zuerst haben wir ein wenig 22er  Kleinkaliber geschossen, quasi zum Eingewöhnen.

 

 

Das hat erstaunlich gut funktioniert, obwohl mein Gewehr eigentlich nur für Rechtshänder war. Nachdem der Rest der Mannschaft eingetroffen war, ging es dann etwas härter zur Sache. Wir haben uns alle ein paar Shotguns rausgesucht und auf arme, unschuldige Tontauben geschossen. Die meisten haben auch noch eigene Flinten mitgebracht.

 

 

Zum Anfang hab ich überhaupt nichts getroffen, aber mit einmal hat es recht gut geklappt und ich hatte eine gute Trefferquote. Glen hat zwischendurch nur ganz trocken gefragt, warum denn die Deutschen den Krieg verloren hätten. Das macht schon Spaß, aber wenn man die Fotos so sieht… Zwischendurch haben wir ein wenig mit Pistolen geschossen.

 

 

Das letzte Mal beim Bund ist schon ein paar Jährchen her und trotzdem hab ich die Scheibe ein paar mal getroffen. Danach ging es noch den restlichen Tontauben an den Kragen. Ich glaube, das Ergebnis unserer Tätigkeit kann sich durchaus sehenlassen.

 

 

Zum Schluß hab ich noch mit einem 22er Gewehr auf eine Wassermelone schießen. Nachdem Thomas auch noch mal gut 45 Schuss durch die arme Melone gejagt hat, ist sie zerfallen. Zur Feier des Tages gab es danach Moonshine, einen selbstgebrannten Schnaps, der angeblich 70-80 Umdrehungen haben soll. Glen hat jedem ein halbes Brauseglas eingeschenkt. Leider sind unsere Gläser irgendwie umgefallen und außer ein paar Schlucken haben wir nichts davon gehabt. Den Abend haben wir am Lagerfeuer ausklingen lassen.

 

 

Kurz bevor es ganz dunkel wurde, mussten wir noch unser Zelt aufbauen. Als es dunkel war hat der Junior das Feuerwerk gezündet. Außer das es ab und zu mal glühende Brocken geregnet hat, war es nett. Unser Gastgeber hat sich gegen 23 Uhr ins Koma verabschiedet. Wir haben ihn auch am nächsten Morgen nicht mehr gesehen, das wird wohl ein harter Tag.

Die Nacht war recht warm, so hat es uns nichts ausgemacht, im Zelt zu übernachten. Den nächsten Morgen gabs noch ein gutes Frühstück und Smalltalk und danach gings wieder ins Hotel. Nachmittags ging es nach Havre de Grace, dort sollte eine der größten Paraden der Umgebung laufen. Die Parade dauerte tatsächlich über 3 Stunden und war absolut interessant. Angefangen von den ganzen Dienstfahrzeugen von Feuerwehr und Polizei, über die ganzen Kandidaten der verschiedenen Ämter über die Army, Musikzügen, Tuningclubs bis hin zu den Veteranen gabs vieles zu sehen. Hier kommen nun ein paar Eindrücke vom Geschehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschließend sind wir zum Leuchtturm gelaufen und haben die Bay mit den ganzen Booten beobachtet. 

 

 

Genug für heute. Es ist schon spät und ich muß noch ein wenig Schlaf nachholen. Falls die Bilder wieder bei jemanden nicht angekommen, bitte ich um Info, dann schicke ich noch mal ein PDF raus.

 

In diesem Sinne:

Happy 4th,

Enno