Reisebericht Amerika Juni 2010

 

Teil 1

 

Hallo Zusammen,

 

wie die meisten von Euch wissen, bin ich mal wieder mit Atlas Reisen unterwegs. Diesmal ist es eine kleine Amerika-Rundreise geworden, was sich aber erst recht kurzfristig entschieden hat. Dementsprechende Tickets hatten wir auch. Zuerst ging es Sonntag ab 11 Uhr mit US Airways nach Philadelphia. Dort hatten wir nach dem knapp 9-stündigem Flug 4 Stunden Zwischenstopp und anschließend ging es weiter mit US Airways nach San Francisco. Nach dem ich in Philadelphia meinen Koffer schon nicht mehr gefunden habe, es gab tatsächlich weitere 4 Koffer die absolut identisch waren, kam in San Francisco mein Koffer gar nicht erst. Nach dem alle weg waren, habe ich ihn mit einer Kordel an einem Stahlpfosten gefunden. Also Koffer gefunden und ab zu Alamo. Dort wurde uns gesagt wir bekämen einen Cadillac Estimate, ein SUV. Wir haben spaßenshalber nach einem Mustang oder einer Corvette gefragt, nach einigem Geplänkel hat er uns gefragt, ob wir Lust auf einen Camaro hätten.

 

 

Danach gings ins Hotel nach San Pablo, das liegt ungefähr 20 km außerhalb von San Francisco. Gegen 23 Uhr hatten wir dann auch endlich Feierabend.

Heute ging es nach dem Frühstück zu Sunpower, das liegt 10 km vom Hotel weg, direkt im Hafengelände. Vorher hatte ich natürlich noch ein breites Grinsen auf dem Gesicht und konnte mir die eine oder andere unnötige Beschleunigungsorgie nicht verkneifen.

 

 

Von Sunpower aus hatten wir einen fantastischen Blick über die Bay und auf die Skyline der Stadt. Je nach Sonne und Nebel war das ein geniales Farbspiel, leider hab ich da nicht noch mehr Bilder geschossen.

 

 

In der Mittagspause waren wir in einer NoGo Area und wurden auch gleich auf unser Auto angesprochen bzw. angebettelt. Ich glaube, in der Dunkelheit sollte man die Gegend besser meiden.

Nach dem Abenteuer haben wir gegen 16 Uhr Feierabend gemacht, da ein wichtiger Test über Nacht laufen muß. Also rein ins Auto über die Baybridge direkt nach Downtown.

 

 

Da ja heute ein amerikanischer Feiertag ist, war in der Stadt auch nicht viel los und wir konnten in der Nähe von Pier 2 kostenlos parken. Wir haben einen schönen Stadtbummel entlang der verschiedenen Piers gemacht. Das ist schon alles recht beindruckend. Die Skyline ist toll und das Wetter war heute auch absolut genial.

 

 

Natürlich gibt es auch viele Schiffe zu sehen, es ist ja schließlich eine Hafengegend.

 

 

Zum Schluß sind wir an Pier 39 angekommen, das ist das bekannteste hier. In der Mitte ist vollkommen Touri-mäßig mit Souvenierläden und Freßbuden eingerichtet und außen haben sich die Seelöwen das Gebiet erobert.

 

 

Nach Pier 39 wir der lange Fußmarsch zurück zum Auto angesagt. Diesmal durch die Stadt zurück. Das ständige Bergauf und Bergab ist schon vedammt anstrengend. Da kann eine vergessene Einkaufstüte im Auto schon mal der Grund für eine Scheidung sein.

 

 

Die Straßen sind wirklich so schlimm, wie man im Film immer sieht. Nach dem Fußmarsch waren auch die kleineren Steigungen mehr als genug, zumal wir viel zu weit oben gelandet sind und den Berg wieder runter durften.

Morgen ist noch mal Sunpower angesagt und danach San Jose und Freymont, alles im Silicon Vally. Am Mittwoch geht es weiter nach Detroit.

 

Grüße aus San Francisco,

Enno

 

Teil 2

 

Hallo Zusammen,

 

hier bin ich wieder. Diesmal hatte ich nicht soviel Zeit und die Möglichkeit Fotos zu schießen. Am Mittwoch haben wir die Anlage bei Sunpower fertig gemacht und anschließend sind wir mit Joe, unserem amerikanischen Serviceguy Bier trinken gegangen. Den nächsten Tag gab es eine Tour ins Silicon Valley. Auf der Fahrt dahin sind schon viele bekannte Namen aufgefallen, wie zum Beispiel das Intel oder das Microsoft Headquarter. Außerdem haben wir das Nasa Research Center gesehen. Zumindest von außen schon sehr beeindruckend, da stehen einige Hallen rum, wo Shuttle drin stehen können (keine Ahnung ob die wirklich dort auch sind). Unser erster Besuch galt UL, wo wir in Deutschland schon 2 Anlagen installiert haben. Die waren recht nett und haben sich über unseren Besuch gefreut. Aber ganz wichtig, das wurde dort bestens bewiesen, in Californien muß man cool sein, also slow down und take it easy. Nach dem die Temperaturen dort um einiges höher war als an der Küste, gab es zum Mittag hawaiianische Ribs, sehr lecker, besonders mit Pommes aus Süsskartoffeln. Die Gegend ist wunderschöne, rechts und links Berge, viel Grün, überall Palmen. Da lässt es sich ne Weile aushalten. Nach der Stärkung gabs noch einen kurzen Abstecher in Fry´s Electronic Store, eine Elektronikparadies was außen und innen wie ein alter Inkatempel aussah. Der letzte Termin an dem Tag ging zu Solyndra, unserem Hauptkunden dort. Die produzieren eine spezielle Art von Solarzellen, die wir Rohre aussehen. Der Hauptvorteil liegt daran, das es keine Richtungsabhängigkeit gibt und die Reflektionen vom Dach an der Unterseite der Zelle genutzt werden. Ob das alles so funktioniert sei mal dahingestellt, zumindest gab es einen Scheck von 1,5 Mrd. Dollar von der Regierung, der dort verbraten wird. Die Fabrik ist hochmodern, mit selbstfahrenden Transportwägen die dabei Musik spielen und all der Kram. Jedenfalls dort angekommen, mussten wir uns anmelden. Von jedem wurde ein Foto geschossen und bekam einen Ausweis aufs Shirt geklebt. Dann kam unser Ansprechparter, mit einem dunkelgelben Turban auf dem Kopf und einer orangenen Warnweste. Wir haben schon nach den Kameras gesucht von „Verstehen Sie Spaß“. Im Meetingraum saßen 20 Leute, die alle auf uns gewartet hatten und ich sollte anfangen. Da ich nicht wirklich wusste, was die von mir wollten, habe ich mich kurz vorgestellt und das Wort an den nächsten übergeben. Die Amis haben das scheinbar auch noch nie gemacht und jeder Weitere der sprechen musste hat ein wenig mehr genuschelt. Egal, danach gings richtig los und das Meeting war recht erfolgreich. Die Rückfahrt ging dann quer über die Landstraßen nach Navi. Der Amerikaner im Allgemeinen braucht kein Navi und weiß nicht das es andere Straßen außer dem Highway gibt. Joe war jedenfalls erstaunt, das wir tatsächlich wieder im Hotel angekommen sind.

Donnerstag war mal wieder Reisetag. Der Weg zum Flughafen gestaltete sich schon wieder ein wenig schwieriger, da auf allen Strecken war. Da hilft auch kein deutsches Navi, es gibt nur die Baybridge und da müssen wir durch. Am Flughafen lief alles recht easy, Joe hat uns mit in die Delta Businesslounge genommen und anschließend sind wir den direkten Weg der Businesscardinhaber gelaufen. Nachdem der Flieger das dritte Mal angeworfen wurde ging es mit einer Stunde Verspätung nach Detroit. Es ist wohl Hydrauliköl in der linken Tragfläche ausgetreten. Aber der Pilot war betont cool, das sei normal für ein Flugzeug und kein Grund zur Sorge.

In Detroit angekommen ging es direkt zur Autovermietung. Diesmal gab es einen Dodge Nitro, ein „kleiner“ SUV. Ich wollte eigentlich den silbernen haben, aber der hatte gerade sein Nummernschild verloren, als hab ich den schwarzen genommen. Fotos reiche ich nach, die müssen noch geschossen werden. Heute gabs den ganzen Tag ein straffes Programm. George Clooney, ähh Coonley, unser amerikanischer Verkäufer hat uns zu diversen Firmen geschleppt. Die 20 Meilen dazwischen zogen sich auch immer ein wenig in die Länge, der Amerikaner braucht ja kein Navi, nur in nicht so richtig funktionierendes Iphone hat mehr schlecht als recht eine Karte gezeigt. Heute Abend wollten wir shoppen gehen, aber die Mall war deutlich größer, als unsere Füße es zugelassen haben, so sind wir nicht über die Möbelgeschäfte hinaus gekommen. Danach ging es zum Abendessen und Biertrinken ins Hooters, dazu muss ich glaube nicht mehr schreiben. ;-)

 

So, das war diesmal viel Text, beim nächsten Mal gibt es wieder ein paar Fotos.

 

Grüße aus Detroit,

Enno

 

Teil 3

 

Hallo Zusammen,

 

wie versprochen kommen heute wieder ein paar Bilder. Heute Abend hab ich das größte Steak gegessen, was ich je gesehen hab, aber eins nach dem anderen.

Zunächst einmal das Bild vom jetzigen Mietwagen, ein Dodge Nitro, 3,7 Liter V6, läuft unter Small SUV. Der Sound ist top, mit Allrad ist die Kiste kaum fahrbar und die Automatik weiß manchmal nicht so recht, welcher Gang momentan der richtige ist.

 

 

Heute Stand Detroit Downtown auf dem Programm. Ab ins Auto und auf den Highway, nach knapp 30 Minuten waren wir in der Stadt und haben unser Auto direkt am Fluß im Cobo-Center geparkt. Da lief gerade eine Veranstaltung bei den Studenten ihre Abschlüsse überreicht bekamen. Das ganze Programm mit dem komischen Hut auf dem Kopf und die ganze Familie dabei. Nach dem wir aus dem Cobo-Center raus waren wollten wir auf die andere Seite, aber wie so oft endete der Fußweg im Nirwana. Wir haben die Polizei gefragt und die meinten durch Fußweg geht durch den Tunnel.

 

 

Ich weiß zwar nicht ob der Freeway fußgängergeeignet ist, aber wir waren froh, auf der anderen Seite wieder lebend rauszukommen. Dort hat wiederrum ein netter Polizist den Verkehr angehalten und uns auf die andere Straßenseite gelassen (wir waren auf dem Mittelstreifen).

Was einem sofort auffällt, Detroit hatte seine Blütezeit in den Sechzigern und der Niedergang der Automobilindustrie ist deutlich zu spüren. In jeder Ecke haben Penner gelungert oder gebettelt. Die Stadt schien auch wie ausgestorben. Die Gebäude weisen eine interessante Architektur auf und sind überall im gleichen Stil wiederzufinden.

 

 

Richtig neue Gebäude sind kaum da, die meisten stammen aus der Hochzeit von GM, viele alte Gebäude sind am verfallen. Und an vielen Stellen wurde der Bau nach den Fundamenten abgebrochen und dient nun als Parkplatz.

 

 

Rein zufällig ist uns auch das Hartrockcafe über den Weg gelaufen, was wir auch nicht auslassen konnten. Allerdings haben wir nur alkoholfreie Sachen getrunken, war ja auch erst Mittagszeit. Die Auszeit hat uns verdammt gut getan, weil es draußen extrem warm und schwül war.

 

 

Danach ging es zum eigentlichen Event des Tages. Der Besuch vom Red Bull Airrace. Die Show hat mit einem kleinen Rahmenprogramm begonnen. Ein paar alte Flugzeuge und aktuelle Kampfjets sind über den Detroit River geflogen und haben ihr Können gezeigt.

 

 

Ab 14.00 Uhr ging es mit den Qualifikationsläufen für das eigentliche morgen stattfindende Rennen los. Es galt einen Parcour ohne Fehler in bestimmten Höhen (recht knapp über dem Wasser) in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren. Was sich erstmal recht einfach anhört ist fast unmöglich bei Geschwindigkeiten von über 350km/h und Beschleunigungswerten von bis zu 12G.

 

 

Die Show war einfach nur genial. Einer hat das Wasser berührt und es glücklicherweise geschafft, die Maschine wieder hochzuziehen, obwohl die Flügelspitze gefehlt hat.

 

 

Nach der Show sind wir zu Joe gefahren, der uns zum Grillen eingeladen hat. Dort hatte er Steaks, das waren schon halbe Kühe. Wir konnten ihn überzeugen nur eins auf den Grill zu legen, wir haben es zu viert nicht geschafft. Aber obwohl das Steak mindestens 4 cm stark war, war es genau auf den Punkt gegrillt. Da haben wir noch einiges zu lernen. Jedenfalls hatten wir einen netten Abend mit Joe und seiner Frau.

 

Morgen geht es nach Greenfield Village und danach zieht die Karawane weiter nach Maryland.

 

Grüße aus Detroit,

Enno

 

Teil 4

 

Hallo Zusammen,

 

mein letzer Teil vom Reisebericht kommt nun, da es morgen Abend wieder nach Hause geht. Na gut und tags drauf nach Spanien in aller Frühe. ;-)

Am Sonntag haben wir in Ruhe in Detroit gefrühstückt und sind danach nach Greenfield Village ins Henry Ford Museum. Das Wetter war ein wenig unangenehm, da es nur um die 16°C hatte und immer mal wieder geregnet hat. Den Dodge hatte ich inzwischen auf europäisch gepimt und konnte auch mit den Temperaturen was anfangen.

 

 

Das Henry Ford Museum war recht interessant, aber automobiltechnisch ein wenig durch die rosarote Brille gesehen. Deutsche Marken waren bis auf einen Käfer überhaupt nicht vertreten und deutsche Fordmodelle wurden auch nicht gezeigt. Dafür war eine schöne Sammlung an Fahrrädern und Dampfmaschinen dabei.

Der Flug nach Philly hatte mal wieder eine Stunde Verspätung, aber der Pilot hat in seiner Embraer 175 alles gegeben und 40 Minuten wieder reingeholt. Diesmal war wohl das Wetter oder der verstopfte Luftkorridor dran Schuld. In Detroit hatte es so stark geregnet, das wir auf der Fahrt zum Flughafen etliche Straßenzüge unter Wasser gesehen haben, das die Autos bis Mitte der Türen verschwunden waren.

Am Montag hatten wir einen Termin in Edgewood, den wir recht erfolgreich bestritten haben. Danach gab es eine kleine Tour nach Havre de Grace, einer kleinen älteren Stadt direkt am Wasser und danach ging es weiter nach Chesapeake City. Dort haben wir uns im Sportboothafen an die Bar gesetzt und das Wetter genossen.

 

 

Abends sind wir gegenüber vom Hotel in die Sportsbar Green Turtle gegangen. Mit zig Fernsehern, Live-Unterhaltung und lauter Musik war das ein schöner Ausklang für den Tag.

Heute hatten wir unseren Servicetermin in Aberdeen. Wir wurden supernett empfangen und konnten so ziemlich alle Probleme abklären und teilweise lösen. Der eine Betreiber der Anlage hat uns zu seiner Party am 4. Juli zu sich nach Hause auf die Farm eingeladen. Er stellt uns auch ein Zelt auf, das wir nicht mehr ins Hotel fahren müssen. Das gibt eine richtig große Party mit viel Essen, Bier, selbstgebrannten Schnaps und einem Mega-Feuerwerk. Das wird bestimmt eine lustige Erfahrung.

Nach dem Feierabend ging es kurz nach Darlington zu Harley, immer wieder ein besonderes Erlebnis. Während Thomas im Laden noch nach Klamotten gesucht hat, hab ich draußen im Schaukelstuhl gesessen und der Treiben der Biker auf ihren frisierten Harleys genossen.

 

 

Achja, unser Mietwagen ist diesmal ein dunkelgrauer Camaro, man gewöhnt sich ja recht schnell ein so ein Gefährt. Das Gasgeben mit immer noch einen Heidenspaß, die Kiste brüllt nur noch und wird TÜV-verboten laut. Danach ging es zum Abschluß der Tour für den Abend nach Baltimore. Für mich immer noch eine der schönsten Städte in dieser Gegend.

 

 

Abendessen im Hooters, obwohl der Service (also die Bedienung J ) absolut mies war. Wir haben schön auf der Terasse gesessen mit Blick auf den Hafen.

 

 

Für morgen steht der Plan noch nicht so richtig, wir müssen erst nachmittags am Flughafen sein. Aber uns wird bestimmt noch was einfallen.

 

Bis zum nächsten Trip,

Enno