Hallo Zusammen,

 

nachdem ich bei der letzten Tour irgendwie keinen Bock hatte einen Reisebericht zu schreiben, gibt es jetzt wieder was. Diesmal hat es uns wieder für knappe 3 Wochen nach San Jose in Californien verschlagen. Der Flug verlief recht unspektakulär und problemlos. Als Mietwagen habe ich diesmal endlich einen Dodge Challenger ergattern können.

 

 

Das ist eine typische Ami-Karre vom alten Schlag. Laut, große Maschine ohne viel Leistung und mehr Schein als Sein. Aber es ist echt unglaublich wie groß die Kiste ist. Im Kofferraum kann man locker einen Smart parken. Der Wendekreis entspricht bei uns einem 18-Tonner. Unser anvisiertes Hotel wurde kurzfristig verkauft und ist über Nacht von der Bildfläche verschwunden. Daraufhin haben wir uns in die Staybridge Suites eingemietet, was sich als Glücksgriff erwiesen hat. Die Unterkunft ist ein recht geräumiges 3-Zimmer Apartment mit kompletter Küche, Bad und Ankleidezimmer. Das Frühstück ist außergewöhnlich reichhaltig und an 3 Tagen in der Woche gibt es dazu noch kostenloses Abendbrot.

 

 

Weiterhin hat das Hotel einen beheizten Pool und ein Jakuzi zu bieten. Ungefähr 1 km vom Hotel weg hat Ebay und Paypal seinen Hauptsitz. Scheinbar arbeiten dort aber nur Inder, manchmal komme ich mir wie in einer Indischen Kolonie vor. Wie man auf dem Bild eventuell erkennen kann, das Wetter ist einfach nur geil. Blauer Himmel und um die 20°C, so lässt es sich ganz gut aushalten.

Natürlich sind wir ja zum Arbeiten hier und die ersten Tage bis zum Wochenende sind wir auch schon ganz gut voran gekommen. Wie immer gab es Schwierigkeiten mit der völlig talentfreien Ausführung gewisser Vorarbeiten durch unsere Kollegen. Andererseits würde ich mich sonst nicht so gut im Home Depot auskennen und auf Anhieb wissen wo ich welche Schrauben finde um mal schnell einen Hauptschalter umzubauen.

Freitag Abend gab es zunächst einen Ausflug in eine kleine Outlet Mall, die in etwa 3 mal das Loop ist. Leider hab ich wieder mal mehr Klamotten gefunden als ich eigentlich brauche. Selbst Thomas konnte ich schlussendlich überzeugen, ein paar Klamotten zu kaufen, wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier. Auf dem Heimweg wollten wir noch schnell Bier kaufen und da fing das Problem an, gefühlte 20 Liter später und noch 40 Kilometern wusste das Garmin einen Poi, wo man Alkohol bekam. Wir waren sogar bei der Nasa, aber die haben so betont wichtig am Eingang gestanden, da hab ich lieber sofort einen U-Turn gemacht.

Samstag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück zum Mystery House in San Jose.

 

 

Der Einfachkeit halber kopiere ich mal die Beschreibung von Wikipedia:

Das Winchester-Haus (Winchester Mystery House) ist das ehemalige Wohnhaus von Sarah Winchester, der Witwe des Gewehrfabrikanten William Winchester. Es steht in San Jose (Kalifornien, USA).

Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1884 und wurden erst mit dem Tod von Sarah Winchester am 5. September 1922 beendet. Das Gebäude hat 160 Räume unterschiedlicher Größe, darunter allein 40 Schlafzimmer, auf 4 Etagen (7 waren es vor dem San-Francisco-Erdbeben von 1906), 47 Kamine, 17 Schornsteine, mehrere Geheimgänge und über 1000 Fenster.

In dem Haus befinden sich mehrere Kuriositäten, wie zum Beispiel Türen, hinter denen einfach eine Wand ist, eine Treppe, die sieben Stufen hinab und dann wieder elf hinauf führt, eine Treppe, die einfach in der Decke endet und eine Tür, die in den Abgrund führt. Das Gebäude entstand stückweise, bis zu ihrem Tod wurden ständig neue Räume hinzugefügt, ein einheitlicher Bauplan existiert nicht.

Einem Volksglauben zufolge war Sarah Winchester von der Furcht besessen, von den Geistern der mit Winchester-Gewehren Getöteten im Schlaf heimgesucht und getötet zu werden. Daher habe sie ihre Villa wie ein riesiges Labyrinth bauen lassen und täglich in anderen Zimmern übernachtet, um von den Geistern nicht gefunden zu werden.

 

 

Die Tour ging durch 110 der 160 Zimmer und das Haus ist wirklich absolut verrückt. Die Treppen sind komisch zu laufen und man weiß eigentlich nie wo man sich befindet, selbst in welcher Etage man ist, weiß man nicht, da ständig irgendwelche Treppen dazwischen sind. Es gibt Türen hinter denen direkt eine Wand ist, Treppen die unter die Decke führen oder eine Tür die direkt nach außen führt.

 

 

In der Nähe gab es ein paar nette Cafe´s und schöne Flaniermeile. Man beachte das drohende Weihnachten, was zwischen den Palmen sich aufbaut. In einem kleinen Cafe gab es Espresso und einen Moment Ruhe um ein wenig zu verschnaufen.

 

 

Anschließend ging es nach San Francisco. Mein eigentlicher Plan bestand darin über die Golden Gate zu fahren und dann zu schauen. Mein Ziel war eigentlich Fort Point. Das Navi hat den Punkt auch gefunden, bloß lag er vor der Brücke. Aber egal, erstmal aussteigen und schauen.

 

 

Nachdem wir so einen schönen und kostenlosen Parkplatz hatten, sich wir kurzentschlossen zu Fuß über die Golden Gate. Unterwegs hatte man einen genialen Blick auf Alcatraz und großen Teilen der Bay.

 

 

Gerade als wir auf der anderen Seite ankamen, wir San Francisco im Licht der untergehenden Sonne zu sehen. Das ist schon recht beeindruckend.

 

 

Den endgültigen Untergang der Sonne haben wir auf der Brücke gesehen.

 

 

Anschließend ging es durch den Abendstau nach Cuppertino zu TGI Fridays zum Abendbrot und dann heim.

Für den Sonntag stand das Cable Car Museum auf dem Plan. Nach dem Frühstück sind wir zunächst in eine Shopping Mall, um das Spesenkonto nicht zu weit ins Plus laufen zu lassen. Für Thomas gab es mal wieder ein paar Jeans und ich habe für mich eine Smith&Wesson gefunden. Okay, keine Knarre, sondern nur eine Armbanduhr. Danach ging es wieder nach San Francisco, die 80 km sind im Nu runtergerissen, obwohl wir stadteinwärts ein wenig Stau hatten. Dort angekommen fing die Parkplatzsuche an. Nach dem ich in einige Nebenstraßen musste, bin ich glaube die steilsten Straßen in meinem Leben gefahren. Zum Anfang wollte ich noch wie im Film mit Schmackes über die Kreuzungen pfeffern, aber den Richtigen angekommen, hatte sich das ganz schnell erledigt. Entweder man sieht den Boden, oder direkt in den Himmel, man sieht also alles, bis auf die Straße.

 

 

Da wird selbst das Anfahren mit Automatik zum Problem. Die Handbremse ist ein Fußpedal und somit zum Losfahren völlig ungeeignet. Zum Schluß bin ich mit einem Fuß auf der Bremse und dem anderen auf dem Gas gefahren, was aber desöfteren zu ungewollten Nickbewegungen geführt hat. In einer Seitengasse haben wir schlussendlich ganz oben auf dem Berg geparkt. Und schon kam das nächste Problem, wie heil aus dem Auto kommen. Ich habe meine Tür kaum auf bekommen und bei Thomas ist fast der Türgriff abgerissen.

 

 

Die nächste Mission war das Museum. Auf dem Weg dahin bin ich zufällig in einen Kaffeeladen reingestolpert. Der Inhaber war ein Jamaikaner, der 10 Jahre in Deutschland gelebt hat und nun hier gelandet ist und den Vertrieb von Blue Mountain Kaffeebohnen selbstständig gemacht hat. Wir haben uns recht gut unterhalten, zum Beispiel, das der Herr Maybach bei der Eröffnung seines Ladens Pate gestanden hat. Außerdem kannte er sich ganz gut im Solar Business aus, da ein Kumpel von ihm mal (Mit?)-Eigentümer von Ersol (Erfurt Solar) war und es recht gut verkauft hat.

 

 

Jedenfalls habe ich dann auch einen Blue Mountain getrunken. Der Kaffee hat echt gut geschmeckt, aber ich weiß nicht ob ich 100 englische Pfund für 500g Kaffeebohnen ausgeben würde. Thomas hat sich hingegen an der Chilisauce versucht und auch zugeschlagen. Die meisten Saucen waren jamaikanische Rezepte mit sehr sehr scharfen Chilis.

 

 

Dann gab es auch endlich Cable Cars zu sehen. San Francisco ist übrigens die einzige Stadt auf der Welt mit einem intakten Cable Car Netz. Die Technik ist schon recht interessant und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch normale Straßenbahnen ersetzt. Der orginale Antrieb erfolgte mittels Dampfmaschinen.

 

 

Die Bahnen und die Schienentechnik wurde in den 80igern wieder restauriert und läuft seitdem wieder im Regelbetrieb.

Nach dem Museum ging es wieder bergab zum Fisherman´s Warf, wo heute nur recht wenige Seelöwen da waren. Wir haben eine Kleinigkeit gegessen und nach ein bisschen bummeln ging es wieder auf den Berg rauf. Der Rückweg gestaltete sich aufgrund von ein paar Baustellen und einem Unfall mit einem Cable Car nicht so ganz einfach, ich durfte zigmal den Hügel rauf und runter mit dem üblichen Spektakel, Asphalt oder Himmel.

 

 

Jetzt müssen sich die Füße und vor allem die Waden erstmal erholen.

 

Bis zum nächsten Mal und viele Grüße aus Californien,

Enno

 

 

 

Hallo Zusammen,

 

meine Montage ist fast geschafft und ist zum Schluß doch noch richtig heftig gewesen. Leider hatte das montierte Lampenfeld eine andere Position wie die später zu beleuchtende Fläche. So mussten wir nach vielen hin und her doch noch alles komplett umbauen. Erschwerend kam dazu, dass unser Vertriebler die Lampen auf eine Höhe von 1,70 m geplant hat. Wir mussten den ganzen Tag in gebückter Haltung an den Lampen rumschrauben. Ausgerechnet beim Werkzeug zusammenräumen ist mir eine Lampe auch direkt an den Kopf gesprungen. Im Notfall kann ich ja behaupten, die Flughafenkontrolle sei etwas streng gewesen, die Ausrede zählt hier momentan.

Nachdem es die zweite Woche mit teilweise 25°C und die ganze Zeit blauen Himmel einfach nur genial war, kam pünktlich zum Wochenende Regen. Ab Freitag Nachmittag hat es geregnet. Samstag und Sonntag war es ziemlich wechselhaft. Es kam immer mal wieder die Sonne raus, hat 5 Minuten später aber wieder geregnet. Das waren gute Tage um zu relaxen und easy going zu machen. Samstag waren wir erst in Los Gatos, wollten aber wegen dem Regen das Auto nicht verlassen. Dafür lag in der Nähe das Intel Museum. Obwohl die Computergeschichte eigentlich noch gar nicht so alt ist, scheint das alles Lichtjahre weg zu sein. So manche Sachen haben mich an meine Zeit im Studium erinnert. Bei der Fahrt zum Intel Museum bin ich erstmal voll Stoff bei Intel vorbeigefahren, ist ja auch leicht zu übersehen. Beim unerlaubten U-Turn an einer Ampel hab ich doch glatt die Verkehrsinsel übersehen und bin mit richtig Pfeffer rum. Das Knirschen um Unterboden ist schon ein verdammt hässliches Geräusch. An diesem Tag hatte der Challenger sowieso ein hartes Leben. Die Parkplätze waren ziemlich leer, eine gute Gelegenheit mit schlechten amerikanischen Reifen und feuchter Straße ein wenig quer zu fahren. Nach einem weiteren Computermuseum, was wegen Umbau auch eine deutlich reduzierte Ausstellung hatte, sind wir durch den San Jose Nationalpark gefahren. Eine klitzekleine Straße quer durch die Berge.

 

 

Im Tal war ein Stausee, der das Trinkwasserreservat für die ganze Bay ist. Die letzte Zeit muß recht trocken gewesen sein, da der Wasserspiegel etliche Meter unter dem Normalniveau lag.

 

 

Sonntag haben wir die Downtown von San Jose unsicher gemacht. Morgens hatte es mal wieder geregnet, da ging es ins Tech Museum of Innovation. Es waren weniger die Exponate sonder mehr, wie die ganze Technik dargestellt und an kleinen Beispielen erläutert wurde. Man konnte überall aktiv mitmachen und diverse Fotos und Bilder mit seiner Eintrittskarte speichern. Besonders beeindruckend war der Erdbebensimulator. Das mit dem Erdbeben kann warten bis wir wieder weg sind. Nach dem Museum hat auch die Sonne geschienen und die Stadt war für uns bereit.

 

 

Nach so einer anstrengenden Tour darf natürlich auch die Stärkung nicht fehlen. Bei Johnny Rockets gab es frische, richtig gut gemachte Hamburger. 

Am Mittwoch gab es pünktlich zu Thanksgiving im Hotel den passenden Truthahn. Der war richtig lecker. Wir haben versucht unsern Indern im Hotel alles wegzufuttern, aber die hatten 3 oder 4 komplette Truthähne gemacht. Keine Chance, es wurde immer wieder aufgefüllt. Dafür stand für heute noch kein Programm fest, da Reno wegen Schneechaos auf dem Highway gestorben war. Nachdem wir ein paar interessante Speicherkarten in der Werbung gesehen hatte, ging es zunächst zum Best Buy, der aber geschlossen hatte. Dafür campierten die ersten Leute vor dem Eingang um morgen die ersten zu sein, wenn früh 5 Uhr der Startschuss zum Weihnachtsshopping fällt. Am Black Friday beginnt der Wahn und alle haben Sonderangebote bis nichts mehr geht. Da Thomas noch was aus San Francisco brauchte, ging es noch mal in die Stadt.

 

 

Das mit den ganzen Weihnachtsbäumen zwischen den Palmen hat schon irgendwie was. Bei traumhaften Wetter habe ich noch mal die Sonne genossen und draussen im Starbucks Kaffee getrunken.

 

 

Und weil das Wetter so schön war, ging es diesmal im Auto über die Golden Gate. Direkt da hinter gab es ein kleines Nest, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Es führte eine klitzekleine Passstraße runter in den Ort bis zum Hafen.

 

 

Dort lässt sich das Leben auch aushalten. Zu guter Letzt ging es einmal komplett rum um die Bay, durch die Ausläufer des Napa Valleys. Eine interessante Landschaft, wo es kilometerweit nur Sumpf gibt.

 

 

Das war es für dieses Mal. Morgen wird die Anlage noch an den Kunden übergeben, die ganzen Messungen sind erledigt und dann kann es am Samstag wieder nach Hause gehen. Eigentlich sollten wir noch bis zum 8. Dezember eine Anlage in Indien installieren, mußten das aber aus diversen , noch zu definierenden, Gründen leider absagen.

 

In diesem Sinne,

Happy Thanksgiving,

 

Enno